Pool-Rechner für die Wasserchemie

Ein kostenloser Pool-Rechner, der dir eine Menge nennt statt eines Vortrags. Trag unten deine Messwerte und dein Poolvolumen ein und du bekommst die exakte Menge jeder Chemikalie: Chlor, pH-Wert, Alkalinität, Stabilisator, Calcium und Salz.

Chlor (freies Chlor)

Stoßchlorung

pH-Wert

Alkalinität (Säurekapazität)

Cyanursäure (Stabilisator)

Calciumhärte

Salz

Wie viel muss ich in meinen Pool geben?

Das hängt an drei Dingen: wie weit dein Messwert vom Zielwert entfernt ist, wie viele Liter dein Pool fasst und wie stark das Produkt ist, das du verwendest. Jeder Rechner hier leitet diese Rechnung von Grund auf her: die Menge gilt also für deinen Pool und ist keine pauschale „gib eine Tasse rein“-Faustregel.

Welches Mittel korrigiert welchen Wert

Die halbe Poolchemie besteht darin, zu wissen, wonach man greift. Freies Chlor hebst du mit Flüssigchlor, Calciumhypochlorit oder Tabletten an; den pH-Wert senkst du mit Salzsäure oder Trockensäure und hebst ihn mit Soda oder ganz ohne Chemie durch Belüften an; die Alkalinität hebst du mit Natron an und senkst sie mit Säure; die Cyanursäure hebst du mit Stabilisator an und senkst sie ausschließlich durch Wasserwechsel; die Calciumhärte hebst du mit Calciumchlorid an und bekommst sie ebenfalls nur durch Verdünnen wieder herunter; Salz hebst du mit Poolsalz an und senkst es durch Verdünnen. Nimm den Rechner, der zu deinem Wert außerhalb des Bereichs passt. Er nennt dir Produkt und Menge.

Zuerst das Poolvolumen richtig bestimmen

Jede Dosis skaliert direkt mit dem Volumen, deshalb zählt eine ehrliche Literzahl am meisten. Für ein Rechteckbecken: Länge × Breite × mittlere Tiefe × 1000, wenn du in Metern misst. Runde Becken: Durchmesser × Durchmesser × mittlere Tiefe × 785. Ovale Becken: Länge × Breite × mittlere Tiefe × 890. Wenn du unsicher bist, miss sorgfältig nach, 20 % Fehler im Volumen sind 20 % Fehler in jeder einzelnen Dosis.

Chemikalien in der richtigen Reihenfolge zugeben

Erst die Alkalinität einstellen, dann den pH-Wert, dann Calcium, dann Stabilisator und Salz, und Chlor zuletzt. Immer eine Chemikalie nach der anderen bei laufender Pumpe, umwälzen lassen und nachmessen, bevor du mehr zugibst. Mische niemals Chemikalien, und gib niemals Säure und Chlor zusammen: konzentriert entsteht daraus giftiges Chlorgas.

Warum derselbe Messwert in jedem Pool eine andere Dosis braucht

Zwei Pools mit pH 8,0 können sehr unterschiedliche Mengen Säure brauchen, denn es ist die Alkalinität, die sich der Änderung widersetzt. Ein Pool mit Alkalinität 70 bewegt sich leicht; derselbe Pool mit 150 braucht für dieselbe Absenkung rund die doppelte Säuremenge. Genau deshalb fragt der pH-Rechner nach deiner Alkalinität, und genau deshalb schießen Dosiertabellen, die sie ignorieren, übers Ziel hinaus. Beim Chlor gilt dasselbe: Dein Zielwert für freies Chlor ist nicht fest, er richtet sich nach deiner Cyanursäure.

Rechenbeispiele

Fünf vollständige Rechnungen mit echten Zahlen, damit du die Methode prüfen kannst, bevor du ihr deinen Pool anvertraust. Jede Zahl hier kommt aus derselben Engine, die auch die Rechner oben antreibt.

Wie viel Chlor hebt einen 57.000-l-Pool von 1 auf 3 mg/l?

Eingabe: Volumen 57.000 l · freies Chlor 1,0 mg/l · Ziel 3,0 mg/l · Cyanursäure 40

  1. Die Lücke beträgt 3,0 − 1,0 = 2,0 mg/l freies Chlor.
  2. Benötigtes reines Chlor: 2,0 mg/l × 57.000 l ÷ 1000 = 114 g.
  3. Flüssigchlor mit 12,5 % enthält 125 g pro Liter, also 114 ÷ 125 = 0,91 l.

Ergebnis: 0,91 l Flüssigchlor 12,5 %

Lieber Granulat? Dieselben 2 mg/l brauchen 156 g Calciumhypochlorit 73 %. Das bringt allerdings bei jedem Einsatz Calciumhärte mit.

Wie viel Salzsäure senkt den pH-Wert von 8,0 auf 7,5?

Eingabe: Volumen 57.000 l · pH 8,0 · Ziel-pH 7,5 · Alkalinität 120 mg/l

  1. Die Alkalinität ist der Puffer, die Dosis richtet sich also nach ihr, nicht allein nach der pH-Lücke.
  2. Das Karbonatmodell löst auf, wie viel Säure nötig ist, um einen Puffer von 120 mg/l von pH 8,0 auf 7,5 zu bringen.
  3. Bei 31,45 % Konzentration (10,0 Äquivalente pro Liter) ergibt das 0,65 l.

Ergebnis: 0,65 l Salzsäure 31,45 %

Nebenwirkung: Das senkt die Alkalinität um etwa 6 mg/l mit. War deine Alkalinität ohnehin niedrig, belüfte anschließend, statt mehr Säure zuzugeben.

Wie viel Natron hebt die Alkalinität von 60 auf 90 mg/l?

Eingabe: Volumen 57.000 l · Alkalinität 60 mg/l · Ziel 90 mg/l

  1. Die Lücke beträgt 30 mg/l Alkalinität.
  2. Natriumhydrogencarbonat: 0,00168 g × 30 mg/l × 57.000 l = 2.873 g.

Ergebnis: 2,87 kg Natron

Natron hebt den pH-Wert nur ganz leicht mit an: genau deshalb ist es das richtige Mittel, wenn die Alkalinität der niedrige Wert ist und nicht der pH-Wert.

Wie viel Stoßchlorung braucht ein grüner Pool bei Cyanursäure 40?

Eingabe: Volumen 57.000 l · freies Chlor 0 mg/l · Cyanursäure 40 mg/l

  1. Das Stoßchlor-Niveau liegt bei rund 40 % deiner Cyanursäure: 0,40 × 40 = 16 mg/l freies Chlor.
  2. Das ist eine Lücke von 16 mg/l, also: 16 × 57.000 ÷ 1000 = 912 g reines Chlor.
  3. Calciumhypochlorit mit 73 %: 912 ÷ 0,73 = 1.249 g.

Ergebnis: 1,25 kg Calciumhypochlorit 73 %

Oder 7,3 l Flüssigchlor 12,5 %, das kein Calcium mitbringt und bei einem mehrtägigen Kampf gegen Algen meist die bessere Wahl ist.

Wie viel Salz bringt dich von 2.000 auf 3.200 mg/l?

Eingabe: Volumen 57.000 l · Salz 2.000 mg/l · Zielwert der Anlage 3.200 mg/l

  1. Die Lücke beträgt 1.200 mg/l Salz.
  2. Poolsalz ist etwa 99 % reines Natriumchlorid, also: (1.200 × 57.000 ÷ 1000) ÷ 0,99 = 69.091 g.

Ergebnis: 69 kg Poolsalz, knapp drei Säcke à 25 kg

Bei laufender Pumpe über die Wasserfläche verteilen, zum Lösen nachbürsten und 24 Stunden warten, bevor du dem Salzwert der Zelle traust.

Dosiertabelle für Poolchemikalien

Die schnelle Übersicht, bezogen auf 10.000 Liter. Rechne sie auf dein Volumen hoch: ein Pool mit 57.000 l braucht das 5,7-Fache dieser Mengen. Die Rechner oben nehmen dir das ab und berücksichtigen außerdem die Konzentration deines Produkts.

Dosis pro 10.000 Liter, nach Ziel
ZielMittelMenge pro 10.000 lBewirkt außerdem
Freies Chlor +1 mg/lFlüssigchlor 12,5 %80 mlBringt nur Chlor und eine Spur Salz mit
Freies Chlor +1 mg/lChlorbleiche 8,25 %111 mlSchwächer pro Flasche, chemisch dasselbe
Freies Chlor +1 mg/lCalciumhypochlorit 73 %14 gBringt Calciumhärte mit
Freies Chlor +1 mg/lDichlor 56 %18 gBringt jedes Mal rund 1 mg/l Cyanursäure mit
pH 7,8 → 7,6 senken (bei Alkalinität 100)Salzsäure 31,45 %40 mlSenkt die Alkalinität um etwa 2 mg/l
pH 7,8 → 7,6 senken (bei Alkalinität 100)Trockensäure (Natriumhydrogensulfat)52 gSenkt die Alkalinität um etwa 2 mg/l, bringt Sulfate mit
pH 7,2 → 7,4 anheben (bei Alkalinität 80)Soda75 gHebt die Alkalinität um etwa 7 mg/l mit an
Alkalinität +10 mg/lNatron165 gHebt den pH-Wert leicht mit an
Alkalinität 120 → 100 senkenSalzsäure 31,45 %400 mlSenkt auch den pH-Wert, durch Belüften zurückholen
Cyanursäure +10 mg/lStabilisator (Cyanursäure)100 gLöst sich über etwa eine Woche
Calciumhärte +10 mg/lCalciumchlorid 77 %150 gVorher auflösen. Es wird heiß
Salz +1.000 mg/lPoolsalz (99 % NaCl)10 kgPumpe 24 Std. laufen lassen, bevor du die Zelle abliest

Die Rechnung hinter jeder Zahl

Keine Nachschlagetabellen und keine gerundeten Faustregeln. Jede Dosis hier ist stöchiometrisch hergeleitet, und der pH-Wert wird gegen ein echtes Karbonatgleichgewicht gelöst. Hier ist die ganze Methode, damit du sie nachprüfen kannst.

Von mg/l zu Gramm

Gramm Wirkstoff = mg/l-Änderung × Liter ÷ 1000

1 mg/l ist genau 1 Milligramm pro Liter, 10.000 Liter um 1 mg/l anzuheben, braucht also 10.000 Milligramm, also 10 Gramm. Diese eine Beziehung trägt Chlor, Cyanursäure und Salz.

Die Produktkonzentration einrechnen

Produktmenge = Gramm Wirkstoff ÷ Konzentration

Ein Liter Flüssigchlor mit 12,5 % enthält 125 g verfügbares Chlor, du teilst also durch 125. Calciumhypochlorit mit 73 % liefert 0,73 g Wirkstoff pro Gramm Produkt, du teilst also durch 0,73. Deshalb brauchen verschiedene Produkte für denselben Zielwert völlig unterschiedliche Mengen, und deshalb fragt der Rechner, welches du hast.

Mittel mit eigenen Konstanten

Natron 0,00168 · Calciumchlorid 77 % 0,00147 · Salz 0,001 ÷ 0,99

Verbindungen, die nicht reiner Wirkstoff sind, bekommen ihren eigenen Faktor in Gramm pro mg/l pro Liter, hergeleitet aus der Molmasse. Natron liefert Alkalinität als Calciumcarbonat-Äquivalent; Poolsalz ist etwa 99 % Natriumchlorid, deshalb wird der Wert für reines NaCl durch 0,99 geteilt.

pH-Wert und Alkalinität: ein echtes Gleichgewichtsmodell

Ka₁ = 10⁻⁶·³⁵ · Ka₂ = 10⁻¹⁰·³³ · Kw = 10⁻¹⁴

Den pH-Wert kann man nicht mit einer Konstante erschlagen, denn das Wasser widersetzt sich der Änderung im Verhältnis zu seiner Alkalinität. Der Rechner löst das Karbonatsystem für den Gesamtkohlenstoff bei deinem aktuellen pH-Wert und ermittelt daraus, wie viel Säure oder Soda nötig ist, um deinen Zielwert zu erreichen. Genau deshalb fragt er nach der Alkalinität, und deshalb kann er dir sagen, wie viel davon die Dosis mitbewegt. Cyanursäure steuert einen eigenen Anteil zum gemessenen Alkalinitätswert bei und wird deshalb zuerst abgezogen, wenn du sie einträgst.

Idealbereiche

Idealbereiche (Empfehlungen von CDC Healthy Swimming und PHTA)
WertZielwertHinweise
Freies Chlor1–3 mg/l (steigt mit der Cyanursäure)Mehr Cyanursäure heißt mehr freies Chlor
pH-Wert7,2–7,8 (ideal 7,4–7,6)Komfort und Chlorwirkung
Alkalinität60–120 mg/lUnteres Ende bei Salzwasserpools
Cyanursäure30–50 mg/l60–80 bei Salzwasser
Calciumhärte200–400 mg/lHöher bei verputzten Becken
Salz2.700–3.400 mg/lSieh im Handbuch deiner Anlage nach

Häufige Fragen

Ist dieser Pool-Rechner kostenlos?

Ja, vollständig kostenlos, ohne Anmeldung und ohne Begrenzung, wie oft du ihn nutzt. Für gespeicherten Verlauf, Erinnerungen, Trendanalysen und die genaue Reihenfolge beim Zugeben gibt es die iOS-App DoseMyPool, ebenfalls kostenlos.

Wie viel Chlor braucht ein Pool mit 38.000 Litern?

Um das freie Chlor in 38.000 l um 1 mg/l anzuheben, brauchst du rund 300 ml Flüssigchlor 12,5 % oder etwa 52 g Calciumhypochlorit 73 %. Multipliziere das mit den mg/l, die dir fehlen, und denk daran, dass dein Zielwert mit der Cyanursäure steigt und deshalb nicht immer „1–3 mg/l“ lautet.

Wie viele Kilo Salz braucht mein Pool?

Rund 10 kg Poolsalz heben 10.000 Liter um 1.000 mg/l an. Ein Pool mit 50.000 l, der von 2.000 auf 3.200 mg/l soll, braucht also etwa 61 kg, gut zwei Säcke à 25 kg. Für dein Volumen rechnet das der Salz-Rechner aus.

Funktioniert das auch für Salzwasserpools?

Ja. Nimm den Salz-Rechner für den Zielwert deiner Anlage und alle übrigen für Chlor, pH-Wert, Alkalinität, Cyanursäure und Calcium genauso wie bei einem Chlorpool. Salzwasserpools fahren üblicherweise eine höhere Cyanursäure (60–80 mg/l), was den Zielwert für freies Chlor mit anhebt.

Rechnet das in Litern und Kilogramm?

Ja. Stell den Einheitenschalter in jedem Rechner auf metrisch und gib dein Volumen in Litern ein; die Ergebnisse kommen in Millilitern, Gramm und Kilogramm zurück.

In welcher Reihenfolge gibt man Poolchemikalien zu?

Erst Alkalinität, dann pH-Wert, dann Calciumhärte, dann Stabilisator und Salz, und Chlor zuletzt. Immer eines nach dem anderen bei laufender Pumpe und vor dem nächsten Schritt nachmessen. Mische nie Produkte in einem Eimer und bring nie Säure und Chlor zusammen.

Wie genau ist das Ganze?

Die Rechnung ist von Grund auf hergeleitet. Stöchiometrie plus ein Modell des Karbonatgleichgewichts für pH-Wert und Alkalinität, und stimmt mit der App DoseMyPool überein. Die Rechenbeispiele oben stammen aus derselben Engine. Die Ergebnisse bleiben Schätzwerte: Dein Testset, das Alter des Produkts und dein Poolvolumen bringen jeweils eigene Fehler mit. Befolge also immer die Produktetiketten und miss nach, bevor du erneut dosierst.

Warum fragt der Rechner nach meiner Cyanursäure?

Weil die Cyanursäure deinen Chlor-Zielwert bestimmt. Freies Chlor sollte bei rund 7,5 % deines Cyanursäurewerts liegen: Ein Pool mit Cyanursäure 80 braucht also etwa 6 mg/l, wo einer mit 30 mit 2–3 mg/l auskommt. Cyanursäure trägt außerdem zum gemessenen Alkalinitätswert bei, was bei der Berechnung der Säuremenge zählt.

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